2002/95/EC , Regulation of Hazardous Substances ( RoHS )
Generell
Die “bleifreie EU Direktiven” RoHS untersagen ab dem 1.7.2006 die Verwendung von bleihaltigen Loten in Elektro- und Elektronikgeräten, somit auch in Stromversorgungen, welche in den EU-Raum auf den Markt gebracht* werden. Diese Direktiven stipulieren nicht nur die Verwendung von Blei in Elektro- und Elektronikgeräten, sondern auch andere Materialien wie Hg, Cd, CR(VI), PBB and PBDE.
*) Eine Leitlinie der europäischen Kommission verdeutlicht: “.. ein Produkt wird auf den Markt gebracht wenn es zum erstenmal zugänglich gemacht wurde. Dies wird als erfolgt erachtet wenn ein Produkt die Herstellung verlässt mit der Absicht des Vertriebs oder den Einsatz in dem europäischen Markt“ (Übersetzung).
Von RoHS betroffene Produkte
Vereinfacht betrifft RoHS nur Geräte, welche für ihre primäre Funktion Elektrizität benötigen und deren Spannung nicht 1’000Vac oder 1’500Vdc übersteigt. Die Kategorien und Produkte, aufgeführt in den WEEE Direktiven – Annex 1A und 1B - umfassen:
1. Haushaltskleingeräte
2. Haushaltsgrossgeräte
3. IT- und Telekommunikationsgeräte
4. Geräte der Unterhaltungselektronik
5. Beleuchtungskörper
6. Elektrische und elektronische Werkzeuge (mit Ausnahme ortsfester industrieller Grosswerkzeuge)
7. Spielzeug sowie Sport- und Freizeitgeräte
8. Medizinische Geräte (mit Ausnahme aller implantierten und infizierten Produkte) *
9. Überwachungs- und Kontrollinstrumente *
10. Automatische Ausgabegeräte
*) Momentan noch von den RoHS Anforderungen ausgenommen, wird voraussichtlich jedoch noch geregelt werden.
Militärgeräte – kein Bezug in der RoHS Direktive, die Kommission erachtet, dass die RoHS sich diesbezüglich auf die WEEE Direktive stützt, und sich somit die Ausnahmeregelung auf beide Direktiven bezieht.
Ersatzteile – gemäss einer verbreiteten falschen Vorstellung sind alle Ersatzteile vom RoHS ausgenommen. Die Ausnahmenregelung gilt jedoch nur für Ersatzteile für Geräte welche vor dem 1. Juli 2006 hergestellt wurden.
Hintergrund
In 1998 wurden 6 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikgeräteabfall (WEEE) generiert (4% der kommunalen Abfälle). Das Wachstum dieser Abfallgruppe ist um dreimal höher als das durchschnittliche kommunale Abfallwachstum. Aufgrund der gefährlichen Substanzen in Elektro- und Elektronikgeräteabfall, kann dieser zu schwerwiegenden umweltbedingten Problemen bei der Abfallversorgung führen, falls der Abfall nicht entsprechend vorbehandelt wird. Da mehr als 90% des Elektro- und Elektronikgeräteabfalls in Mülldeponien deponiert, verbrannt oder ohne Vorbehandlung wiederverwertet werden, trägt der Elektro- und Elektronikgeräteabfall zu einem grossen Anteil der dort auftretenden verschiedenen Schadstoffe bei.
Blei ist als einer der gesundheitsschädlichsten Schadstoffe anerkannt, besonders für schwangere Frauen, Kleinkinder und Kinder im Alter bis zu 6 Jahren.
Das Blei, welches in Elektro- und Elektronikgeräten verwendet wird, entspricht weniger als 2% des weltweiten Verbrauchs. Batterien machen allein 90% des Verbrauchs aus. Nur 40% des Bleis in Mülldeponien stammt aus WEEE, und davon stammt nur 4% von Leiterkarten und den darauf enthaltenen Komponenten, während 36% von verbleitem Glas in Bildschirmen und Monitoren stammt. Zum Beispiel kann die Bildröhre in Fernsehern 2kg Blei enthalten.
Fabrimex RoHS
Seit dem 1. Juli 2006 werden nur noch RoHS konforme Produkte von der Fabrimex AG versendet, mit Ausnahme von Ersatzteilen.
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