Internationale Standards
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Standards

Im Bereich elektrischer Anlagen und Geräte gibt es viele nationale und internationale Standards. Abhängig vom Verwendungszweck - z.B. Industrie, Informations- und Kommunikationstechnik, Medizinaltechnik, usw. - können verschiedene Normen Gültigkeit haben.

Prinzipiell geht es bei den meisten Normen um Personenschutz. Grob lassen sich die Gültigkeitsbereiche von den Normen in folgende Kategorien unterteilen:

 

- Personenschutz             Designregeln müssen eingehalten werden und das fertige Produkt
                                         darf gewisse Grenzwerte im Betrieb nicht überschreiten.

- EMV                                Grenzwerte im Bereich der abgestrahlten Emissionen und elektro-
                                         magnetischen Immissionen (EMI) dürfen nicht überschritten werden.

- Umweltverträglichkeit   Normen, welche die Verwendung von Materialien (z.B. RoHS), die
                                          Entsorgung (z.B. WEEE) oder die Energieeffizienz vorschreiben.



Vor allem im Bereich Energieeffizienz gibt es nichtbindende Empfehlungen, welche oftmals aufgrund der Kundenwünsche zum defakto Standard erhoben werden, z.B. Energy Star in den USA.

Untenstehend folgen Kurzbeschreibungen der geläufigsten Standards:

+ CE-Zertifizierung
+ CB Scheme
+ UL-Zertifizierung
+ FCC
+ China Compulsory Certification
 

CE-Zertifizierung   

 Alle Produkte, die unter CE Richtlinien fallen, die diese Kennzeichnung vorsehen, und für den gemeinsamen Markt bestimmt sind, egal ob sie in Mitgliedstaaten oder in Drittstaaten hergestellt sind, müssen zwingend das CE-Zeichen tragen.

Ziel der CE-Regelungen für elektronische Geräte ist das Sicherstellen der Sicherheit und Gesundheit des Anwenders sowie das Schaffen einer annehmbaren EMV-Umwelt, in der die Geräte zufriedenstellend funktionieren können. Das heisst nicht, dass ein Gerät keine Störungen ausstrahlen darf. Es darf genau so viel ausstrahlen, wie ihm die EMV-Normen als Grenzwert zugesteht. Und wenn man die Geräte nebeneinander stellt und an das gleiche Stromnetz anschliesst, dann sollen sie ohne Knistern und Knattern funktionieren.

Die CE-EMV-Kennzeichnung sagt nichts aus über die biologische Belastung durch elektromagnetische Strahlung. CE auf elektronischen Geräten schützt die Geräte untereinander, trifft aber keine Aussage zu der Belastung der biologischen Umwelt.

Die wichtigsten harmonisierten EMV Standards beinhalten:


Störaussendung, Grundnormen

EN 55011 / CISPR11:     Störspannungen und -ströme (Industrie)
EN 55022 / CISPR22:     Störspannungen und -ströme (Wohnbereich)
EN 55011 / CISPR11:     Störfeldstärke (Industrie)
EN 55022 / CISPR22:     Störfeldstärke (Wohnbereich)
EN 61000-3-2:               Oberschwingungen "PFC", (AC/DC >75W)
EN 61000-3-3:               Spannungsänderungen, -schwankungen und Flicker, (AC/DC >75W)


Störfestigkeit, Grundnormen

EN 61000-4-2:               Entladung statischer Elektrizität
EN 61000-4-3:               Hochfrequente elektromagnetische Felder
EN 61000-4-4:               Schnelle transiente elektrische Störgrössen / Burst
EN 61000-4-5:               Stossspannungen / Surge
EN 61000-4-6:               Leitungsgeführte HF-Störgrössen
EN 61000-4-8:               Magnetfelder mit energietechnischen Frequenzen
EN 61000-4-11:             Spannungseinbrüche, Kurzzeitunterbrechungen und
                                    Spannungsschwankungen

 

 

Niederspannungsrichtlinie

Die Niederspannungsrichtlinie 72/23/EWG (LVD) betrifft elektrische Anlagen und Geräte, welche zur Verwendung bei einer Nennspannung von

- 50 bis 1'000 VAC (Wechselstrom)
und
- 75 bis 1'500 VDC (Gleichstrom)

bestimmt sind. Sie ist eine sicherheitsorientierte Rechtsvorschrift, die darauf abstellt, ein hohes Schutzniveau für Bürger und Sachwerte zu gewährleisten.

Grundsatz der CE - Kennzeichnung

Der Hersteller, sein Bevollmächtigter oder der Importeur bringt das CE-Zeichen am Produkt an und bestätigt damit, die Übereinstimmung des Produktes mit den Anforderungen der Richtlinie bzw. des nationalen Rechtsaktes, mit welchem die Richtlinie umgesetzt wurde und dass ein entsprechendes Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt wurde.

 

CB Scheme 

Hintergrund

Das CB-Verfahren ist ein von der IEC (International Electrotechnical Commission) eingerichtetes Abkommen zur Zertifizierung der Normenkonformität von elektrotechnischen Produkten. Durch die gegenseitige Anerkennung von Produktprüfungen und Produktzertifizierungen wird dem Hersteller ein ökonomischer und rascher Zugang zu internationalen Märkten ermöglicht. Aufwandseinsparungen durch den Wegfall von Mehrfachprüfungen stellen neben einer Reduktion der Marktzugangszeiten einen grossen Wettbewerbsvorteil für den Hersteller dar. Ein CB-Zertifikat kann damit als Reisepass des Produktes für die wirtschaftlich interessantesten Länder der Welt betrachtet werden.

Verfahren

Die Verfahrensrichtlinien sehen vor, dass ein Hersteller ein CB-Zertifikat für ein Produkt erhalten kann, wenn eine nationale Zertfizierungsstelle (NCB) dieses Produkt zertifiziert hat. Unter Vorlage dieses CB-Zertifikates bei einer am Verfahren teilnehmenden nationalen Zertifizierungsstelle eines anderen Staates kann dann die entsprechende Zeichengenehmigung für diesen anderen Staat beantragt werden. Der Antrag muss entsprechend den im Anerkennungsland gültigen Vorschriften bei der Erst-Zertifizierungsstelle gestellt werden. Erforderliche Fertigungsstätteninspektionen können ebenfalls von der Erst-Zertifizierungsstelle vorgenommen werden.
Somit kann ein nationales Zertifikat, mit einem Minimum an Aufwand, Zeit und Kosten, in ein anderes länderspezifisches Zertifikat umgewandelt werden. Der Hauptteil der Zulassungstest kann übernommen werden.

Gegenwärtig nehmen 43 Länder, repräsentiert durch nationale Institutionen und nationale Prüfstellen, an dem CB Scheme teil.

 

UL Zertifizierung   

Hintergrund

Underwriters Laboratories Inc. (UL) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation welche im Bereich Produktsicherheit, Testing und Zertifikation tätig ist. Underwriters Laboratories entwickelt Ihre eigenen Standards.

UL60950 (früher UL1950)

Die Sicherheitsnorm UL6090 ist von der internationalen IEC950 abgeleitet und deckt sich in den meisten Bereichen mit der europäischen EN60950. Der grösste Unterschied liegt in der Feuerfestigkeit, welcher ein Hauptaugenmerk von UL ist.

UL wird vor allem auf dem Nordamerikanischen Markt und in Teilen Asiens verlangt. Ein praktischer Unterschied im Vergleich zu EN60950 ist, dass ein Gerät welches sich aus UL-zertifizierten Komponenten und Sub-Systemen zusammenstellt, einfacher eine Gesamtzertifizierung erhält als dies bei der EN60950 der Fall ist.

Daher wird für Produkte, welche für Märkte in denen UL verlangt wird, vorgesehen sind, oftmals darauf geachtet, dass auch alle eingesetzten Komponenten und Teilgeräte schon UL-zertifiziert sind, um das Bewilligungsverfahren zu vereinfachen.

Auf der Homepage von UL www.ul.com lässt sich anhand der Artikelnummer oder des Herstellernamens überprüfen, ob ein Teil auch offiziell zertifiziert ist.

UL Mark

Nur Produkte, auf welchen das "UL Mark" sichtbar ist - im Ausnahmefall nur die Verpackung - ist offiziell UL zertifiziert. Produkte ohne dieses Zeichen sind nicht zugelassen.

        =         "Recognized" ist nur für Komponenten vorgesehen

     =          "Listed" ist nur für komplette Geräte vorgesehen

 

FCC   

Hintergrund

Die „Federal Communications Commission“ (FCC) ist eine unabhängige Regierungsstelle der USA, unmittelbar dem Kongress unterstellt. Das FCC wurde durch das “Communications Act” von 1934 eingeführt und hat zur Aufgabe die nationale und internationale Kommunikation mit Radio, Fernsehen, Satellit und Kabel zu regulieren.

Anwendungen

Im Bereich Stromversorgungen haben FCC Normen Relevanz, wenn das Endgerät in dem die Stromversorgung eingebaut wird, die FCC Normen erfüllen muss, weil es z.B. im Radiokommunikationsbereich eingesetzt wird.
Somit decken die relevanten FCC Normen primär den EMV Bereich ab.

China Compulsory Certification 

Hintergrund

Ab dem 1. Mai 2002 trat das neue chinesische Produktzertifizierungssystem, China Compulsory Product Certification (CCC Certification) System, in Kraft.

Elektrische Geräte, welche auf dem chinesischen Markt verkauft werden, müssen CCC zertifiziert werden und mit dem CCC Zeichen bedruckt sein. Dies betrifft folgende Produktgruppen:

- Household electrical appliances
- Miniature fuse-links
- Plugs and socket-outlets
- Switches for appliances
- Couplers for appliances
- Thermal links
- Small-power electrical motors
- Cord sets
- Cables and cordsEnclosures for accessories for household and similar fixed
- Electrical installation
- Electric Welding Machines
- Lighting Appliances


 

Land: USA, Kanada (cUL)
Test / Zertifizierungsstelle:
Underwriters Laboratories Inc.



Land: Kanada
Test / Zertifizierungsstelle:
Canadian Standards Association



Land: Deutschland
Test / Zertifizierungsstelle:
Technischer Überwachungsverein (TÜV)



Land: Deutschland
Test / Zertifizierungsstelle:
Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE)



Land: United Kingdom
Test / Zertifizierungsstelle:
British Standards Institution (BSI)



Land: Schweden
Test / Zertifizierungsstelle:
Svenska Elektriska Material- kontrollanstalten AB (SEMKO)



Land: Norwegen
Test / Zertifizierungsstelle:
Norges Elektriske Materialkontroll (NEMKO)



Land: Dänemark
Test / Zertifizierungsstelle:
Danks Elektroteknisk Komite (DEMKO)



Land: Finland
Test / Zertifizierungsstelle:
Seti-Electrical Inspectorate (SETI)



Land: Schweiz
Test / Zertifizierungsstelle:
Schweizerischer Elektronischer Verein (SEV)



Land: Italien
Test / Zertifizierungsstelle:
Instituto Italiano del Marchio di Qualita (IMQ)



Land: Japan
Test / Zertifizierungsstelle:
Japan Electrical Testing Laboratory (JET)



Land: China
Test / Zertifizierungsstelle:
China Compulsory Certification (CCC)